Wie in meinem letzten Blog angekündigt, habe ich in der Zwischenzeit verschiedene Personen, welche einen virtuellen Friedhof im Internet anbieten, gefragt, was mit den Gräbern passiert, falls die Homepage einmal vom Netz genommen werden muss, z.B. aus finanziellen Gründen. Natürlich habe ich (noch) nicht von allen angefragten Personen eine Antwort erhalten. Jene die mir geantwortet haben, haben fast ausnahmslos alle beteuert, dass Ihre Homepage nie vom Netz genommen wird, ausser sie sterben. Diese Antwort hat mich doch sehr überrascht. Haben sie doch alle betont, dass einzig der Tod der Grund sein könnte, dass die Seite nicht weiter geführt werden kann.
Diese Antwort hat mich beeindruckt. Diese Personen müssen sich wirklich extrem mit dem (virtuellen) Tod beschäftigen. So kann doch bei allen Verabredungen, Vorhaben, Projekten etc. der eigene Tod dazwischen kommen. Wenn ich einen Termin beim Zahnarzt abmache, so sage ich auch nicht, dass ich nicht kommen kann, falls ich in der Zwischenzeit sterbe.
Der Betreiber der Seite Hells Heaven, ein virtueller Friedhof für Motorradfahrer, hat sogar geschrieben, dass die Seite nur geschlossen werden müsste, falls er bei einem Motorradunfall ums Leben kommt. Wahrscheinlich lebt er so in dieser Motorradwelt und beschäftigt sich so intensiv mit dem Tod, verursacht durch einen Motorradunfall, dass er gar nicht daran denkt, dass die Seite auch geschlossen werden müsste, falls er z.B. an einer Krankheit oder bei einem Flugzeugabsturz etc. stirbt.
Danke für den Kommentar. Ich habe noch einige Anmerkungen dazu: Der Begriff „Sterben im Netz“ ist (noch) nicht gängig. Denn im Internet findet man kaum etwas unter diesem Begriff. Ich denke dieser Ausdruck ist zu neu, so dass es dafür bis heute keine genaue Definition gibt. Ich verstehe unter „Sterben im Netz“ die verschiedenen Formen des virtuellen Trauerns, also zum Beispiel virtuelle Trauerseiten und virtuelle Friedhöfe.
Den Ablauf des Vortrags habe ich nun noch ein bisschen umgestellt und die Lektion in drei Teile geteilt. Im ersten Teil werde ich die Bestattungskultur im Internet erläutern, dies beinhaltet Designer Urnen/Särge, die digitale Grabplatte digizerk, online Dienstleistungen eines Bestattungsunternehmens und virtuelle Trauerforen und Trauerseiten. Im zweiten Teil gehe ich vertieft auf die virtuellen Friedhöfe ein und im dritten Teil hat die Klasse die Möglichkeit verschiedene Arten von virtuellen Friedhöfen zu besuchen. Anschliessend wird es noch eine Diskussion geben.
Die Seite des virtuellen Friedhofes für Lebende, welche du im Kommentar aufgeführt hast, habe ich besucht und bin sehr erstaunt, dass es so etwas gibt. Im Internet gibt es wirklich alles Denk- und Undenkbare. Ich denke, dass man diese Seite nicht zu ernst nehmen darf. So oder so wird es einem aber sicherlich sehr verletzen falls man dort sein eigenes Grab findet, welches jemand für einem angelegt hat. Glücklicherweise ist dieser Friedhof jedoch nicht gut belegt, was ich positiv finde!
Ich bin ebenfalls sehr beeindruckt, wie diese Menschen welche dir geschrieben haben mit dem Tod umgehen. Es ist so, dass wir nie im Voraus sagen können, wann wir sterben. Diesen Motorradfahrer empfinde ich doch als sehr extrem! Wir alle wissen doch, dass es noch andere Ursachen gibt an welchen wir sterben könnten. Ich frage mich an dieser Stelle, wie sehr der Umgang mit dem Tod ein Tabu ist? In der heutigen Zeit scheinen wir aufgeklärt zu sein, wenn man z.B. auch an all diese virtuellen Friedhöfe denkt…
Danke für deine Erläuterung zum Begriff „Sterben im Netz“. Dein Ablauf finde ich so, wie du ihn jetzt hast sehr gut gegliedert. Auf finde ich es eine gute Idee, der Klasse die Möglichkeit zu geben verschiedene Arten von virtuellen Friedhöfen zu besuchen.
Die Seite des virtuellen Friedhofs für Lebende kann man ja wirklich nicht erst nehmen.
Ich habe noch Fragen zu den Designer Urnen und Särgen. Kannst du mir noch mehr darüber erzählen? Wie teuer sind diese? Was für Möglichkeiten an Urnen und Särgen gibt es? Wie sieht die Auswahl aus? Ich habe eine sehr schöne Grafik von Urnen im Internet gefunden. Siehe http://www.mass-massenware.com/mass-massenware/cosmicball-urnen.html. Ich finde es jedoch komisch, dass hier im URL die Urnen als Massenware angesehen werden. Diese Urnen sind ja kaum nur für Massengräber gedacht?
Durch diesen Link bin ich auf eine andere interessante Seite gestossen. Siehe http://www.emotionalproductions.com/SWITZERLAND/sterben-tod-bestattung.html. Hier gibt es auch noch einige gute Informationen. Diese Seite verweist auch auf die Seite http://www.urne.ch welche du sicher bereits kennst.