Zuerst möchte ich kurz zum Kommentar Stellung nehmen. Die Idee vom virtuellen Friedhof kommt aus den USA. Dort gibt es bereits unzählige virtuelle Friedhöfe und Gedenkstätte, welche auch grossen Anklang finden. Seit einiger Zeit gibt es dies nun auch im deutschsprachigen Raum. Allerdings sind die virtuellen Friedhöfe hier nicht so gut „besetzt“. Bisher bin ich nur auf virtuelle Friedhöfe gestossen, auf denen es einige Dutzend Gräber gab. Einige virtuelle Friedhöfe wurden auch bereits wieder geschlossen, wegen mangelndem Interesse. Ich denke jedoch, dass sich dies in Zukunft ändern könnte.
Welche Informationen werden auf einem virtuellen Friedhof veröffentlicht?
Dies ist ganz unterschiedlich, denn ein Grab auf einem virtuellen Friedhof kann von den Angehörigen meist nach eigenen Wünschen gestaltet werden. Meistens werden Photos von der verstorbenen Person veröffentlicht und/oder Informationen zu ihrem Leben, z.B. Informationen über den Beruf oder über Hobbys. In vielen Fällen findet man auch Gedichte oder Einträge (wie eine Art Gästebuch) von Freunden und Verwandten.
Mittlerweile habe ich bereits viel Material zu meinem Thema gefunden. Langsam muss ich mich entscheiden, was für meinen Vortrag relevant ist und was nicht. Dieses Thema ist sehr breit und immer wieder stosse ich auf neue interessante Dinge, wie z.B. die digitale Grabplatte „Digzerk“. Dabei handelt es sich um ein digitales Grab, das zu Hause oder auf einem Friedhof aufgestellt werden kann. Mit einem Computerprogramm kann die digitale Platte beispielsweise mit persönlichen Erlebnissen oder mit Informationen zum Beruf des Verstorbenen gestaltet werden. Diese werden dann vom LCD-Bildschirm angezeigt, welcher entweder mit Sonnenenergie oder mit Batterie betrieben werden kann. Der Bildschirm springt an, sobald sich eine Person dem digitalen Grab nähert, und bleibt dann bis zu drei Minuten in Betrieb. Dieses sogenannte „iGrab“ kann auch Audiodateien abspielen, z.B. kann das Lieblingsmusikstück des Verstorbenen abgespielt werden. In Deutschland ist das „iGrab“ auf einem Friedhof jedoch noch verboten. Der Grund dafür ist, dass die ewige Ruhe vorerst noch ungestört bleiben soll. (Stuttgarter Nachrichten, 4.8.2007)
Das „iGrab“ hat allerdings nichts mit dem Internet zu tun, trotzdem fände ich es interessant, dies auch in meinen Vortrag aufzunehmen, evtl. als mögliches Zukunftsszenario.
Die heutige Generation verbringt täglich viele Stunden im Internet. Ich kann mir gut vorstellen, dass in der Zukunft die virtuellen Friedhöfe mehr zum Trend kommen und so nicht mehr unterbesetzt sein werden.
Der deutschsprachige Raum wird sich auch noch mit den virtuellen Friedhöfen anfreunden müssen. Ich denke heute haben die Menschen immer weniger Zeit. Dank den virtuellen Friedhöfen ist es in der Zukunft möglich kurz einen Blick auf den virtuellen Grabstein zu werfen und somit erspart man sich den Gang zum Friedhof.
Momentan ist dieser Gedanke für mich noch makaber. Hätten wir jedoch in den 80er Jahren vom Internet gehört hätten wir uns wahrscheinlich auch keinen täglichen Mailverkehr vorstellen können.
Die digitale Grabplatte finde ich eine sehr schöne Idee. Musik die an eine Person erinnert oder gar verschiedene Bilder die man abspielen kann rufen sicherlich schöne Erinnerungen auf. Wenn der Bildschirm vielleicht nur anspringen würde, wenn man ihn starten würde, wäre dies ev. eine Lösung das Verbot in Deutschland aufzuheben. Die Friedhofsruhe darf wirklich nicht gestört werden, jedoch befinden sich selten viele Leute auf einem Friedhof.
Ich bin noch auf einen Interessanten Artikel von 1997 der NZZ gestossen. Siehe unter dem Link: http://www.genios.de.ezproxy.fh-htwchur.ch/intranet/nzz/b_ssuche/webcgi?START=A20&T_FORMAT=5&DOKM=300530_NZZ_0&WID=36342-9630318-90207_4
Bereits zu diesem Zeitpunkt sprach man von virtuellen Friedhöfen:
„Das Tamagotchi ist ein interaktives Spielzeug, das Leben und Tod simuliert. Im Internet steht sogar ein virtueller Friedhof bereit, der tausendfach genutzt wird.“
(Hubschmid, 1997, unpag.)
Weißt du, wie lange virtuelle Frieshöfe schon genutzt werden? Virtuelle Friedhöfe für Tiere oder Menschen waren für mich jetzt nicht mehr neu, dass es diese jedoch auch für elektronische Spielzeuge gibt…?
Sind die virtuellen Friedhöfe für Mensch und Tier vielleicht durch die von elektronischen Spielzeugen entstanden? Wäre es dann nicht eine absurde Vorstellung, dass man Mensch und Tier wie elektronische Spielzeuge behandelt?